Säcke voller Geld, eine poetische Komödie, Ruhrpott-Thriller und ostdeutsche Realität
Die erfolgreiche Gaunerkomödie ‚Zwei zu eins‘ von Natja Brunckhorst eröffnete im restlos ausverkauften großen Saal des Cine Albéniz die 6. Ausgabe der deutschen Filmwoche Málaga. Die wahre Geschichte eines abenteuerlichen Kriminalfalls kurz vor der Währungsunion ist u.a. mit Sandra Hüller, Ronald Zehrfeld und Max Riemelt hervorragend besetzt und begeisterte das Publikum mit hinreißendem Humor und gelegentlich durchbrechender Tristesse der DDR-Realität. Das im Anschluss geplante Kolloquium fiel aus, Nachwuchs-Schauspieler Anselm Haderer schickte stattdessen eine Videobotschaft. Von der ostdeutschen Realität und der Radikalisierung der extremen Rechten erzählt ‚Mit der Faust in die Welt schlagen‘, der auch als Vormittagsvorstellung für Oberschülerinnen und -schüler der Deutschen Schule Málaga lief. ‚Rote Sterne überm Feld‘ ist ein ambitionierter Rückblick auf 100 Jahre deutsche Geschichte aus der Perspektive der ostdeutschen Kleinstadt Bad Kleinen, die 1993 durch einen missglückten Polizeizugriff gegen RAF-Terroristen in die Schlagzeilen geriet. ‚Gondola‘ ist eine bezaubernd-poetische Komödie ohne Worte über die Beziehung zweier Seilbahnführerinnen, während ‚Frisch‘ ein Ruhrpott-Thriller zwischen Schlachthaus und gefährlichen Drogendeals ist. Regisseur Andreas Dresen kehrte nach ‚Gundermann‘ (1. Ausgabe der Filmwoche von 2020) mit seinem Drama ‚In Liebe, Eure Hilde‘ über die junge Widerstandskämpferin gegen die Nazis, Hilde Coppi (herausragend gespielt von Liv Lisa Fries), nach Málaga zurück. In Episoden schildert der Film einen glücklichen Sommer, Hildes Schwangerschaft im Gefängnis und das Warten auf die Hinrichtung – keine leichte Kost.
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